Eidenböck Architekten
Architekt | Heinrich Eidenböck
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DG_Ausbau Körnergasse
GORG Karajangasse
Modeschule Herbststraße
Neulandschule Grinzing
RAMING Atriumsiedlung
Weinlandbad Mistelbach
Haus Dorfmeister
Appartmenthotel Rechberg
Baulückenbebauung Liechtensteinstraße
Haus Pechek
Haus Stengl 1
Baulückenbebauung Hamburgerstraße
Büro- u. Wohnhaus Widmanngasse
Büro- u. Wohnhaus Paniglgasse
DG_Ausbau Körnergasse, A-1170 Wien 2010
Neben der Planung der Heuberg-Siedlung, durch den von der Gemeinde Wien im Jahr 1921 betrauten Architekten Adolf Loos, wurde auch ein Gebiet in Hernals zum Kleingartengebiet erklärt. Ein Aufruf des Zentralrates der geistigen Arbeiter im Juni 1921 stellte Möglichkeiten für eigene Wohnsiedlungen im Grünen in Aussicht. Es wurde eine „Gemeinnützige Baugesellschaft geistiger Arbeiter“ ins Leben gerufen, die dort für Interessenten Baugrund erwarb. Vorbei am Schloss Schwarzenberg und dem Schwarzenbergpark, entlang der Waldegghofgasse, dann nach scharfer Krümmung in der Ing.-Körner-Gasse (Dornbach), einem Weg in der Kleingartenanlage „Geistiger Arbeiter“, steht das zu bearbeitende Bestandsgebäude Bj. 1925. Ein L-förmiger Grundriss in kleinteiliger Raumgliederung an einem leicht nach Norden geneigten Hanggrundstück, ist mit einem Obergeschoß in Form eines Mansardendaches mit Biberschwanzdeckung, mit reich und romantisch gegliederten Fassaden, Erkern und Giebelflächen, Kranz-, Kordongesimsen und Fensterumrahmungen im Aufriss gestaltet und mit einem Potpourri aus ehemaligen sowie später hinzugefügten Accessoires ergänzt. Es ist aus ökologischen Gründen an der Zeit, soweit ohne Zerstörung der Fassadenornamentik möglich, eine thermische Sanierung der Gebäudehülle durchzuführen, wobei geschoßspezifische Techniken eingesetzt werden sollen. Anlagentechnisch ist bereits mit Brennwertgerät und Luft-Luft Wärmepumpe vorausgedacht worden. Im Souterrain wird ein Atelier samt Vorraum mit Bodendämmung, Fußbodenheizung und Außendämmung adaptiert. Die bestehende Ziegelkappendecke wird sichtbar gemacht. Die Wärmedurchgangswerte der Fassaden im Erdgeschoß werden mittels Thermoputz mit aufgefrischter Struktur und Färbelung an den Nullflächen verbessert. Die Mansarddachaußenhaut des Obergeschoßes soll mit Außendämmung im hinterlüfteten Bereich der Biberschwanzdeckung versehen werden. Lüftungswärmeverlust und Winddichtheit sollen verbessert werden, indem die Bauwerksfugen der bestehenden Isolierglasfenster im Bereich der gesamten Außenhaut neu und dem Stand der Technik entsprechend gedichtet werden. Die Wärmeverluste an den Decken gegen den Dachraum werden durch ein neu ausgebautes und erweitertes, energietechnisch positiv bilanzierendes DG minimiert. Die oberste Walmdachkonstruktion wird mit einem neuen Dachstudio in der Formensprache unserer Zeit ergänzt und aktualisiert. Alt und Neu verweben sich hier und greifen ineinander über. Die neue Konstruktion belässt die straßenseitige Dachausformung mit kleinteiliger Raumgliederung in Erinnerung, behauptet sich allerdings hofseitig über gesimsweite Vorsprünge und flächig glänzender Materialität. Neigungen und bestehende Geometrien werden auf- und übergenommen. In diesem Sinne gibt es ein nicht nur oberflächliches Nebeneinander. Die neue nutzbare Fläche ist multifunktionell und daher vielfach und verschieden nutzbar. Sie ist lediglich über eine langgezogene Sitzstufe und durch 2 Edelstahlkamine gegliedert. Die Innenoberflächen unterscheiden nicht zwischen Boden, Decke und Wand. Ausgebreitet gibt es eine einzige Fläche, gefaltet wird Raum erzeugt. Für die Oberflächen wird helles Holz aus geölter Weißtanne eingesetzt. Die Außenhaut besteht aus eloxierten Vollaluminiumtafeln, schillernd und plattiert, mit integrierten Regenrinnen und motorisch bis in die Horizontale bewegten Klappflügeln. Sonnen- u. Sichtschutz wird durch ein innenliegendes Plissee - Faltsystem bereitgestellt. An Sommerabenden sind weit ausgebreitete Schwingen vorstellbar, Innen und Außen wird zum einzigen Luftraum.